Was Argentium Silber besonders macht
Argentium Silber ist keine gewöhnliche Silberlegierung. Der hohe Silberanteil und das Element Germanium verleihen dem Material Eigenschaften, die sich deutlich von klassischem 925 Silber unterscheiden.
RATGEBER: ARGENTIUM 960 VS. 925ER SILBER →
Der Germaniumzusatz trägt zur hohen Anlaufbeständigkeit und zur feuerfleckenfreien Verarbeitung bei. Die besonders helle Farbe entsteht aus der gesamten Legierungszusammensetzung; eine Rhodiumbeschichtung ist dafür nicht erforderlich.
Er beginnt im Metall.
Heller.
Weißer.
Messbar anders.
Argentium besitzt eine auffallend helle, weiße Anmutung. In den von Argentium International veröffentlichten Messungen erreichten die geprüften Argentium-Proben höhere Helligkeits- und Weißgradwerte als die dort aufgeführten Vergleichsmetalle.
Dieser Unterschied lässt sich nicht nur sehen, sondern auch wissenschaftlich belegen. Verantwortlich dafür ist keine Beschichtung, sondern die Zusammensetzung des Metalls.
Wissenschaftlich messbar
Die Farbe von Edelmetallen lässt sich mit internationalen Messverfahren objektiv bestimmen. Dabei spielen unter anderem der L-Wert für die Helligkeit und der b-Wert für den Weißgrad eines Materials eine wichtige Rolle.
Argentium Silber erzielt in beiden Bereichen außergewöhnliche Werte. Dadurch wirkt es sichtbar heller und weißer als klassische Silberlegierungen.
Wie wird Farbe gemessen?
Die Farbmessung erfolgt über das international anerkannte CIELAB-Farbmesssystem und wird mit einem Colorimeter durchgeführt.
Zwei Werte sind besonders wichtig: Der L-Wert beschreibt die Helligkeit auf einer Skala von Schwarz bis Weiß. Der b-Wert beschreibt den Weißheitsgrad auf einer Skala von Blau bis Gelb.
Argentium Silber erreicht in beiden Messungen sehr hohe Werte und übertrifft damit die anderen Edelmetalle, die in der Schmuckindustrie verwendet werden.
L-Wert
Beschreibt die Helligkeit auf einer Skala von Schwarz bis Weiß.
b-Wert
Beschreibt den Weißheitsgrad auf einer Skala von Blau bis Gelb.
Heller und weißer als Vergleichsmetalle.
Die von Argentium International veröffentlichten CIELAB-Messungen zeigen für die geprüften Proben höhere Werte bei Helligkeit und Weißgrad als für die dort aufgeführten Vergleichsmetalle.
Die Argentium Qualification Line (AQL) bezeichnet herstellerseitig festgelegte Mindestwerte, die Argentium-Legierungen in diesen Prüfungen erreichen müssen.
96 % Silber.
Kein Kompromiss.
Argentium Silber besitzt einen höheren Silbergehalt als klassisches 925er Silber. Die erste offiziell eingeführte Legierung war Argentium 935.
Später folgte Argentium 960 mit einem noch höheren Silberanteil. Die ursprüngliche 935er Legierung wurde inzwischen weiterentwickelt und wird heute als Argentium 940 hergestellt.
Die offiziellen Argentium-Stufen
Heute gibt es zwei offiziell anerkannte Argentium-Legierungen:
Zum Vergleich: Klassisches 925er Silber enthält 92,5 % Silber. Britanniasilber enthält 95,8 %. Argentium 960 liegt sogar über dem britischen Britannia-Standard.
Achte auf das Argentium®-Einhorn-Markenzeichen. Es kennzeichnet echtes Argentium bei berechtigter Verwendung. Das Einhorn ist ein Markenkennzeichen und nicht mit einer staatlichen Feingehalts- oder Amtspunze gleichzusetzen.
Warum läuft Argentium Silber weniger an?
Klassisches 925er Silber besteht hauptsächlich aus Silber und Kupfer. Argentium enthält zusätzlich einen kleinen Anteil Germanium. Genau diese Veränderung der Legierung sorgt für andere Materialeigenschaften.
Die Übersicht zeigt die wichtigsten Unterschiede zwischen klassischem 925er Silber und Argentium Silber.
| Eigenschaft | 925er Silber | Argentium |
|---|---|---|
| Silberanteil | 92,5 % | bis zu 96 % |
| Anlaufen | tritt häufiger auf | deutlich reduziert |
| Beschichtung | oft rhodiniert | unbeschichtet |
| Farbwirkung | leicht wärmer | besonders hell |
Was bedeutet das für den Träger?
Argentium Silber verbindet hohe Reinheit mit modernen Materialeigenschaften. Schmuck aus dieser Legierung bleibt länger hell, ist widerstandsfähiger gegenüber Verfärbungen und kommt ohne zusätzliche Beschichtung aus.
Für den Träger bedeutet das in der Regel weniger Pflegeaufwand und einen länger hell bleibenden Glanz. Auch Argentium kann abhängig von Umgebung, Hautkontakt und Pflege mit der Zeit anlaufen.
Viele Schmuckstücke aus klassischem 925er Silber werden rhodiniert, um den Glanz zu verstärken und das Anlaufen zu verlangsamen. Argentium Silber besitzt von Natur aus eine besonders helle Oberfläche und wird deshalb unbeschichtet verarbeitet.
Argentium Silber – Härte und Haltbarkeit
Während der Schmuckherstellung muss Silber gut formbar sein. Das fertige Schmuckstück soll dagegen stabil, widerstandsfähig und langlebig bleiben. Argentium Silber erfüllt beide Anforderungen.
Verfestigt sich Argentium Silber?
Ja. Argentium lässt sich durch Kaltverformung verfestigen und zusätzlich gezielt wärmebehandeln. Welche Härte ein fertiges Schmuckstück erreicht, hängt deshalb von Legierung, Verarbeitung und Wärmebehandlung ab.
Richtig verarbeitet kann Argentium dadurch eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Kratzer, Dellen und Verformungen erreichen.
Kann Argentium Silber wärmegehärtet werden?
Ja. Durch eine Wärmebehandlung bei niedriger Temperatur lässt sich die Härte der Legierung gezielt erhöhen.
Ein besonderer Verarbeitungsvorteil ist, dass sich auch gelötete Argentium-Schmuckstücke nach Herstellerangaben noch gezielt wärmehärten lassen.
Wie wird Anlaufbeständigkeit getestet?
Argentium Silber ist für seine hohe Anlaufbeständigkeit bekannt. Entscheidend sind dabei jedoch keine Werbeaussagen, sondern nachvollziehbare Prüfergebnisse.
Das interne Argentium-Qualifikationsprogramm betrachtet drei unterschiedliche Belastungen: Schwefel, künstlichen Schweiß und Ultraviolettlicht. Unabhängige CATRA-Berichte liegen gesondert für beschleunigte Schwefel- und Feuerfleckentests vor.
Die Grafik zeigt die vom Hersteller veröffentlichten Ergebnisse zur Anlaufbeständigkeit verschiedener Silberlegierungen. Die geprüften Argentium-Legierungen erzielten dabei bessere Werte als die aufgeführten Vergleichslegierungen.
Um offiziell als Argentium Silber bezeichnet werden zu dürfen, muss eine Legierung festgelegte Mindestwerte erreichen. Diese werden durch die Argentium Qualification Line (AQL) definiert.
Schwefeltest
Dieser Test simuliert den Einfluss von Schwefel und schwefelhaltigen Gasen, wie sie in der Atmosphäre oder in alltäglichen Umgebungen vorkommen.
Schweißtest
Dieser Test simuliert den Hautkontakt und die Einwirkung von Schweiß auf die Silberlegierung. Grundlage ist ein standardisiertes Prüfverfahren aus der Brillenindustrie.
Ultraviolett-Test
Dieser Test untersucht, wie sich UV-Strahlung auf die Legierung auswirkt. Das ist besonders für Schmuck interessant, der regelmäßig Sonnenlicht oder einer Schaufensterbeleuchtung ausgesetzt ist.
Nach den Vorgaben von Argentium International müssen die eigenen Legierungen die Argentium Qualification Line in allen drei Prüfungen erreichen.
Die veröffentlichten Prüfergebnisse zeigen für die untersuchten Argentium-Proben eine deutlich höhere Anlaufbeständigkeit als für klassisches 925er Silber.
Argentium – Frei von Feuerflecken
Warum sind Feuerflecken ein Problem?
Feuerflecken liegen nicht nur lose auf der Oberfläche. Ihre Beseitigung kann wiederholtes Abtragen, Schleifen und Polieren oder eine gezielte Oberflächenbehandlung erfordern; alternativ werden sie mitunter durch eine Beschichtung verdeckt.
Bei vielen rhodinierten Schmuckstücken aus klassischem 925er Silber bleiben Feuerflecken unter der Beschichtung unsichtbar.
Ergebnisse der Feuerflecken-Tests
Vergrößerte Querschnitte geglühter Metallproben zeigen deutlich, dass Feuerflecken bei klassischem 925er Silber und Standard-Deox-Legierungen tief in die Oberfläche eindringen.
Die Probe aus Argentium Silber zeigt dagegen eine vollständig feuerfleckenfreie Oberfläche.
- Weniger Aufwand zur Beseitigung oder Verdeckung von Feuerflecken
- Keine zusätzlichen Schleifprozesse
- Keine Beschichtung zum Verdecken notwendig
- Schonender für Mensch und Umwelt
Ergebnisse der Feuerflecken-Tests
Vergrößerte Querschnitte geglühter Metallproben zeigen, dass Feuerflecken bei klassischem 925er Silber und Standard-Deox-Legierungen tief in die Oberfläche eindringen.
Die Probe aus Argentium Silber zeigt dagegen eine vollständig feuerfleckenfreie Oberfläche. Die Tests wurden von CATRA, der Cutlery & Allied Trades Research Association in Großbritannien, durchgeführt.
Was sind die Vorteile von feuerfleckenfreiem Argentium Silber?
- Keine Säurebehandlung zur Entfernung von Feuerflecken erforderlich
- Keine Beschichtung nötig, um Oxidflecken zu verdecken
- Weniger Arbeitsaufwand in der Verarbeitung
- Geringere Belastung durch aggressive Chemikalien
- Bessere Arbeitsbedingungen bei der Herstellung
Argentium – Vielseitigkeit
Argentium Silber lässt sich löten, schweißen und verschmelzen. Dadurch eignet sich die Legierung sowohl für klassische Goldschmiedetechniken als auch für moderne Fertigungsverfahren.
Diese Eigenschaften eröffnen Möglichkeiten, die mit klassischem 925er Silber nur eingeschränkt oder gar nicht umsetzbar sind.
Welche Argentium-Legierungen gibt es?
Heute gibt es zwei offiziell anerkannte Argentium-Legierungen:
- Argentium 940
- Argentium 960
Silvernity verarbeitet ausschließlich Argentium 960, die reinste verfügbare Argentium-Legierung.
Argentium – Hypoallergen und nickelfrei
Klassisches 925er Silber besteht zu 92,5 % aus Silber. Der restliche Anteil besteht überwiegend aus Kupfer. Je nach Legierung können weitere Metalle enthalten sein, die die Materialeigenschaften zusätzlich beeinflussen.
Kupfer reagiert mit seiner Umgebung und trägt wesentlich dazu bei, dass klassisches Silber mit der Zeit anläuft. Deshalb werden viele Schmuckstücke rhodiniert, um die Oberfläche dauerhaft heller erscheinen zu lassen.
Auch Argentium Silber enthält Kupfer. Der entscheidende Unterschied ist jedoch der Zusatz von Germanium. Es stabilisiert die Oberfläche, reduziert Oxidation und macht eine zusätzliche Beschichtung in der Regel überflüssig.
So bleibt die natürliche Oberfläche des Silbers erhalten.
- Hypoallergen – wird von vielen Menschen mit empfindlicher Haut gut vertragen
- Nickelfrei – enthält kein Nickel, einen der häufigsten Auslöser von Metallallergien
- Vom Hersteller als antibakteriell beschrieben – daraus folgt kein medizinisches Schutzversprechen für ein Schmuckstück
- Unbeschichtet – keine Rhodiumschicht erforderlich, um die Oberfläche hell erscheinen zu lassen
Argentium verändert,
was Silber sein kann.
Argentium ist mehr als eine Silberlegierung. Es verbindet einen hohen Silbergehalt mit Materialeigenschaften, die durch zahlreiche Messungen und Prüfverfahren belegt sind. Mehr Helligkeit. Höhere Reinheit. Größere Anlaufbeständigkeit. Unbeschichtet. Wer sich für Argentium entscheidet, entscheidet sich für eine Legierung, deren Vorteile nicht auf Werbeversprechen beruhen, sondern auf nachvollziehbaren Fakten.
Sondern am Material.